Zum Inhalt springen
Rollenwechsel

Die erste Führungsrolle: Was in den ersten 100 Tagen zählt

In der ersten Führungsrolle zählen drei Dinge mehr als Fachwissen: Erwartungen mit der eigenen Führungskraft klären, mit jedem Teammitglied ins Gespräch kommen und feste Routinen wie eine wöchentliche Teamrunde einführen. Wer das in den ersten 100 Tagen schafft, gewinnt Vertrauen und vermeidet die typischen Konflikte des Rollenwechsels.

Für neue Team- und Projektleitungen und für alle, die sie dabei begleiten.

100-Tage-Plan

Ein Plan für die ersten 100 Tage

Sechs Schritte, die sich in fast jedem Team bewähren. Die Reihenfolge ist wichtiger als das genaue Datum.

  1. Woche 1

    Erwartungen klären

    Was entscheidest du selbst, was nicht? Woran wird deine Arbeit nach sechs Monaten gemessen? Halte das schriftlich fest.

  2. Woche 2 bis 4

    Einzelgespräche führen

    Mit jedem Teammitglied 30 bis 45 Minuten: Was läuft gut, was nicht, was brauchst du von mir?

  3. Ab Woche 4

    Teamrunde einführen

    Ein fester Termin pro Woche mit klarer Agenda, kurzem Status und Entscheidungen.

  4. Ab Woche 6

    Rückmeldungen geben

    Lob und Kritik zeitnah und konkret, nicht gesammelt für das Jahresgespräch.

  5. Ab Woche 8

    Delegieren

    Mindestens eine Aufgabe, die du bisher selbst erledigt hast, vollständig abgeben.

  6. Tag 90 bis 100

    Zwischenbilanz

    Gespräch mit der eigenen Führungskraft: Was hat sich bewährt, wo hakt es?

Typische Fehler

Die häufigsten Fehler in der ersten Führungsrolle

Fast alle haben mit einem Missverständnis zu tun: Führung ist eine eigene Aufgabe, keine Zusatzaufgabe.

  1. Weiter fachlich arbeiten

    Wer weiter selbst liefert, fehlt dem Team als Ansprechperson.

  2. Unangenehmes aufschieben

    Kritik, die heute nicht kommt, wird in drei Monaten zum Konflikt.

  3. Allen gefallen wollen

    Entscheidungen, die niemanden stören, lösen selten ein Problem.

  4. Zu schnell zu viel ändern

    Erst verstehen, warum Dinge so laufen, dann umbauen.

  5. Keine Rückendeckung holen

    Ohne geklärte Erwartungen mit der eigenen Führungskraft fehlt der Rahmen.

Perspektivwechsel

Was sich mit der Führungsrolle verändert

Der größte Unterschied ist nicht die Verantwortung, sondern die Frage, woran du deinen eigenen Erfolg misst.

Als FachkraftAls Führungskraft
Erfolg ist das eigene ErgebnisErfolg ist das Ergebnis des Teams
Probleme selbst lösenProbleme lösen lassen und den Rahmen setzen
Meinung äußernEntscheidungen treffen und erklären
Kolleginnen und Kollegen auf AugenhöheVerantwortung für Menschen, mit denen man vorher gleichgestellt war
Feedback bekommenFeedback geben, auch wenn es unangenehm ist
Fragen

Was neue Führungskräfte am häufigsten fragen

Kurze Antworten für die ersten Monate in der neuen Rolle.

Kläre vor dem ersten Tag mit deiner eigenen Führungskraft, was von dir erwartet wird und was du selbst entscheiden darfst. Überlege dir, wie du dich dem Team vorstellst und welche Fragen du in den ersten Einzelgesprächen stellen willst. Und plane bewusst Zeit für Führung ein, nicht nur für Fachaufgaben.

Kurz, ehrlich und ohne große Ankündigungen. Sag, warum du die Rolle übernommen hast, was dir in der Zusammenarbeit wichtig ist und dass du in den nächsten Wochen mit allen einzeln sprechen willst. Versprich keine Veränderungen, bevor du verstanden hast, wie das Team arbeitet.

Sie arbeiten weiter fachlich mit, statt zu delegieren, schieben unangenehme Gespräche auf und wollen von allen gemocht werden. Dazu kommt oft fehlende Klarheit darüber, was sie selbst entscheiden dürfen. Viele dieser Fehler lassen sich mit einem Erwartungsgespräch und festen Routinen in den ersten Wochen vermeiden.

Das hängt von der Teamgröße ab. Als grobe Orientierung gilt: Je größer das Team, desto weniger eigene Fachaufgaben. Wichtig ist, dass Führungsaufgaben wie Einzelgespräche, Teamrunden und Rückmeldungen feste Zeitfenster bekommen und nicht nur dann passieren, wenn fachlich gerade Luft ist.

Das ist in den ersten Monaten häufig und kein Zeichen einer falschen Wahl. Hilfreich sind drei Schritte: Prioritäten mit der eigenen Führungskraft abstimmen, mindestens eine Aufgabe abgeben und den Austausch mit anderen neuen Führungskräften suchen. Bleibt die Belastung dauerhaft hoch, gehört das offen angesprochen.

Pflicht ist sie nicht, aber sinnvoll. Die meisten neuen Führungskräfte werden wegen ihrer Fachleistung befördert und haben Gesprächsführung, Delegation oder Konfliktklärung nie geübt. Eine Weiterbildung in den ersten Monaten spart Umwege, besonders wenn sie Übung mit Aufgaben im eigenen Team verbindet.

Für Unternehmen

Mehrere neue Führungskräfte auf einmal

Wenn bei euch mehrere Leute gleichzeitig in die erste Führungsrolle wechseln, begleiten wir sie als Gruppe durch die ersten 90 Tage oder sechs Monate. Im Erstgespräch klären wir, was passt.

Erstgespräch buchenAnfrage senden

15 Minuten, per Video oder Telefon, unverbindlich.

Weiterbildung Führungskräfte

New Era of Leadership
Führungskräftetraining und Führungskräfteentwicklung Jetzt Beratung starten 2025